Kategorien
Beruf Wissenschaftskommunikation Wissenschaft und Kommunikation

Sprengstoff – Krisenfall Militärforschung

Finanzierung durch das Pentagon? - In der Krise bewährt sich Wissenschaftskommunikation (Foto:Wikipedia)
Finanzierung durch das Pentagon? – In der Krise bewährt sich Wissenschaftskommunikation (Foto: Wikipedia)

Reiner_Blog_miniUm es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin kein Pazifist, aber auch kein großer Freund des Militärischen. In jungen Jahren ungedient, konnte ich während meines ganzen Berufslebens die Berichterstattung zu militärischen Projekten entweder verweigern oder mich darum herumdrücken. Und dennoch: Ich denke, es ist nichts Unmoralisches oder ethisch Verwerfliches am Militär.  Wir brauchen es, und wir brauchen in diesem Feld Verbündete, etwa die USA.

Jetzt hat die Süddeutsche zusammen mit dem NDR einen großen Skandal aufgedeckt  „US-Militär finanziert deutsche Forscher“.  Die Schlagzeile hört sich zunächst nach Abhängigkeit und Massenphänomen an. Natürlich eroberte sie auch gleich die Nachrichten in Funk und Fernsehens, und andere Medien folgten. Die Süddeutsche ist eben ein Leitmedium. Doch bei genauerem Hinsehen wird alles eine ganze Hausnummer kleiner: 10 Millionen Dollar in zwölf Jahren an insgesamt 22 Institute. Da bleibt im Durchschnitt kaum mehr als die Portokasse. Immerhin ein Münchner Chemiker erhielt allein 470.000 Dollar, da bleibt für die anderen noch weniger.

Drohnen und Wüstenheuschrecken - Ein langer Weg zur Anwendung. (Foto:Wikipedia)
Drohnen und Wüstenheuschrecken – Ein langer Weg zur Anwendung. (Foto:Wikipedia)

Doch worin besteht der Skandal, liebe Kollegen? Ob in Deutschland für amerikanische oder für deutsche Militärs geforscht wird?  Was ist verwerflich daran, die Nachtsichtfähigkeiten von Heuschreckenaugen zu untersuchen? Dass das Geld vom US-Verteidigungsministerium kam? Was ist daran schlimmer als vom deutschen Verteidigungsministerium, vom Department of Energy (das die gesamte Nuklearforschung finanziert) oder vom Forschungsministerium in Berlin? Bis in die 1990er Jahre arbeitete jeder vierte deutsche Physiker in der Verteidigungsforschung (neuere Zahlen kenne ich leider nicht) – abschaffen? Dass auch ein Fraunhofer-Institut daran beteiligt war? Die ganze Fraunhofer-Gesellschaft würde ohne Wehrforschung heute wahrscheinlich gar nicht existieren (das war ihr Hauptzweck am Anfang). Dass an der Uni München auch an umweltverträglichen Sprengstoffen geforscht wird? Wer weiß, welche Belastungen, außer Zerstörungen und Landminen, ein Krieg hinterlässt, der wird die Überlebenden hoffentlich von den chemischen Risiken entlasten wollen. Oder ist es das Problem des „Dual Use„? Dann aber darf gar nicht mehr geforscht werden, denn  – so hat es einmal ein kluger und witziger Mensch (den ich leider nicht herausgefunden habe) formuliert: Auch Hosenknöpfe sind kriegswichtig, geben sie den Soldaten doch die Hände frei, um ein Gewehr zu halten.

Sprengstoffe umweltfreundlich? - Eingang der LMU München (Foto: LMU)
Sprengstoffe umweltfreundlich? – Eingang der LMU München (Foto: LMU)

Das Entscheidende ist doch, sollten die Forschungsergebnisse geheim gehalten werden? Das wäre dann – von Auftragsforschung bei Fraunhofer abgesehen – tatsächlich ein Skandal. Aber darauf gingen die Journalisten gar nicht ein. Drittmittel, also Forschungsgelder von Außen sind willkommen: Denn der Staat ist längst nicht mehr in der Lage, die Forschung zu finanzieren, die notwendig ist, um Wissenschaft und Wirtschaft in diesem Land international konkurrenzfähig zu halten. Daher sind Drittmittel ein notwendiges Finanzierungsinstrument. Warum dann der skandalisierende Ton („Forschen für den Krieg“)? Der Verdacht drängt sich auf, dass angesichts der anhaltenden (und berechtigten) Kritik an den Abhöraktivitäten der Amerikaner die Stimmung genutzt wurde, um exklusive und wirkungsvolle Schlagzeilen zu produzieren – leider von sonst ernstzunehmenden Medien, eben Süddeutsche und NDR.

Das eigentlich Interessante ist aber, wie haben die Kommunikatoren der angegriffenen Institute reagiert? Sichtbar: Kaum. Die Wissenschaftler wurden in den Berichten nur mit einem gestammelten „Grundlagenforschung“ zitiert. Am Tag darauf ging es vor allem um Abwiegeln: Grundlagenforschung, alles normale Drittmittel, Forschung ohne militärische Bedeutung und ähnlich tönte es. Bei der Uni München glühten die Telefondrähte und man verstand die Welt nicht mehr: „Das ist eine Aufregung, die wir nicht nachvollziehen können.“ Ja sollen denn die Medien jetzt den Pressestellen erst erklären, was zu tun ist? Als einziger Medienprofi zeigte sich, soweit sich das im Internet verfolgen ließ, der Präsident der Technischen Universität München, Prof. Wolfgang Hermann. Er stand zum Interview mit der Süddeutschen bereit, rückte Dinge gerade („Amerikaner nicht kriminalisieren“), lieferte Hintergründe (jährliche Drittmittel der TUM 270 Millionen Euro) und zeigte eine andere Perspektive („…einzelne Forscher, die international aufgefallen sind…“). Drittmittel werden auch als Anerkennung von Forschungsqualität verstanden.

Professionell reagiert - TUM München
Professionell reagiert – TUM München

Doch das Beispiel zeigt, dass Krisenkommunikation an den betroffenen Hochschulen und Forschungsinstituten Fehlanzeige ist: Hinstellen, Beweggründe offenlegen, Transparenz schaffen, die eigenen Argumente offensiv darstellen und offen – auch mit der Gesellschaft – nach Lösungen suchen. Und zwar sofort. Noch nicht einmal zu Pressemeldungen mit der eigenen Position fanden die betroffenen Institute Zeit. In der Zwischenzeit aber bezogen die Politiker bereits Position. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) kritisierte erst einmal ihre Professoren, die sich mit Militärs abgeben, Linke und Grüne protestierten in Rundumschlägen. Bis die Unis zu einer Position gefunden haben, möglichst einer gemeinsamen, dürfte es für die politische Diskussion zu spät sein. Auch wenn die Vorwürfe der Medien übertrieben sind, angesichts der Breite und der Schwergewichte darf man sie als Forschungssprecher nicht einfach aussitzen. Sonst kommen bald die nächsten Diskussionen auf, die der Forschung wieder ein Stück ihrer Privilegien nehmen wollen. Privilegien aber braucht Wissenschaft so notwendig wie die staatliche Finanzierung und die Drittmittel.

8 Antworten auf „Sprengstoff – Krisenfall Militärforschung“

Ein kleiner Nachtrag zur Krisenkommunikation, der mich darüber nachdenken lässt, was wir unter Kommunikation verstehen.
Henning Krause, Social Media Manager der Helmholtz Gemeinschaft, machte mich kurz nach der Veröffentlichung meines oben stehenden Kommentars zu den Berichten über US-Militärforschung in Deutschland und über die spärliche Krisenkommunikation der Wissenschaft per Twitter darauf aufmerksam, dass das Alfred Wegener Institut bereits eine Stellungnahme dazu veröffentlicht hatte. Ich hatte sie bei meinen Recherchen vorher nicht entdeckt. Der mitgelieferte Link führte zu einem fünfseitigen, fachlich formulierten Protokoll des Instituts mit Antworten auf Fragenzu zwei Forschungsprojekten des AWI: Kein Hinweis, wer die Fragen stellte, auch nicht, wer sie beantwortete. Doch unter „Pressemitteilungen“ oder „Aktuelles“ der AWI-Website fand sich nichts, noch nicht einmal ein Hinweis auf die aktuelle Stellungnahme. Also Rückfrage bei Henning Krause. Und die ergab: Das Institut hatte das brandheiße Statement, das alle recherchierenden Journalisten interessierte, mit einer neunzeiligen Einführung auf die Homepage gestellt. Auf den für die Presse bestimmten Seiten: Kein Hinweis.
Die Reaktion der betroffenen Institute auf die Vorwürfe in den Medien hatte mich zur Frage gebracht: Wie gut Wissenschaftskommunikation in Deutschland auf Krisenkommunikation vorbereitet ist. Also fragte ich Henning Krause, ob er das Vorgehen des AWI für gute Krisenkommunikation halte. Seine Antwort war klar: Ja. Es folgte noch ein kurze Diskussion darüber, was ich in Google eingeben müsse, um auf diese Stellungnahme zu stoßen, bis ich mich aus dem Kleinklein mit der Bemerkung zurückzog: Es ist immer leichter zu suchen, wenn man weiß wo es ist, als wenn man gar nicht weiß, ob es existiert.
Die Frage aber bleibt: Hat Henning Krause recht? Genügt es in einer Krisensituation, wenn schnelle Reaktion und intensive, offene Kommunikation gefragt ist, ein längliches, fachliches Statement ins Web zu stellen? Dazu noch ohne Hinweis auf den Webseiten, die eigentlich für die Medien bestimmt sind? Ich möchte hier nicht das AWI kritisieren – es hat – im Gegenteil zu anderen Forschungsinstituten –immerhin reagiert, wenn auch unzureichend. Was mich beschäftigt: Ist dies wirklich gute Krisenkommunikation? In einer Situation, wo die Medien die wichtigsten, schnellsten und glaubwürdigsten Informationsvermittler sind, wo Dutzende Informationen gleichzeitig auf jeden beteiligten Journalisten einströmen, wo redaktionelle Anforderungen sich überschlagen, wo durch online-Ausgaben jede Sekunde Redaktionsschluss ist, wo also wenig Zeit für eine umfassende Recherche bleibt, geschweige denn für ein ausgiebiges Surfen zum Thema im Netz.
So sieht ein Krisenthema auf der anderen Seite des Tisches aus, bei den Medien. Für den Kommunikationsverantwortlichen aber besteht die Notwendigkeit, sich zu Gehör zu bringen, er kann nicht warten, bis er gefragt wird. Da erinnert ein umfängliches Dokument auf der Website eher an das Argument, „aber wir haben doch alles schon gesagt, alles ist längst bekannt“. Es steht da eben öffentlich, ob es wahrgenommen wird ist zweifelhaft. Nun ist die Homepage nicht die schlechteste Seite, aber für Journalisten bei Recherchen an Forschungsinstituten meist auch die langweiligste – meist über Monate unverändert, ein reiner Verteiler zwischen Studenten und Forschern, Administratoren, Sponsoren und eventuell auch Journalisten. Wer als Journalist häufiger mit dem Institut zu tun hat, hat den Link längst auf die Pressemitteilungen oder das Aktuelle gelegt, recherchierende Besucher suchen – aus Angst vor dem Buchbinder-Wanninger-Effekt – in Google gleich den Link zur Pressestelle.
Das Thema Krisenkommunikation in der Wissenschaft wird uns in diesem Blog sicher noch beschäftigen. Nur kurz vorab: Wer in der Krise steckt, muss schauen, dass er Gesprächspartner findet, mit seiner Stellungnahme wahrgenommen wird. Das bedeutet offensiv kommunizieren, was man zu sagen hat, kurz, prägnant und für die Medien aufbereitet formulieren, alle aktuellen Kanäle besetzen, von der Homepage bis zu den Pressemitteilungen, den Social Media-Kanälen, E-Mails und auch dem Online-Verteiler IDW. Und vor allem bedeutet es, hochrangige und glaubwürdige Ansprechpartner zu nennen, die für die Message stehen, auch kompetente Interviewpartner anzubieten, die das Geschehene erklären können. Wer nur darauf baut „das haben wir doch gesagt“, fällt mit seinen Argumenten hinten runter und darf sich nicht wundern, wenn von ihm nur Gestammele veröffentlicht wird.

Ein kleiner Nachtrag zur Krisenkommunikation, der mich darüber nachdenken lässt, was wir unter Kommunikation verstehen.
Henning Krause, Social Media Manager der Helmholtz Gemeinschaft, machte mich kurz nach der Veröffentlichung meines oben stehenden Kommentars zu den Berichten über US-Militärforschung in Deutschland und über die spärliche Krisenkommunikation der Wissenschaft per Twitter darauf aufmerksam, dass das Alfred Wegener Institut bereits eine Stellungnahme dazu veröffentlicht hatte. Ich hatte sie bei meinen Recherchen vorher nicht entdeckt. Der mitgelieferte Link führte zu einem fünfseitigen, fachlich formulierten Protokoll des Instituts mit Antworten auf Fragenzu zwei Forschungsprojekten des AWI: Kein Hinweis, wer die Fragen stellte, auch nicht, wer sie beantwortete. Doch unter „Pressemitteilungen“ oder „Aktuelles“ der AWI-Website fand sich nichts, noch nicht einmal ein Hinweis auf die aktuelle Stellungnahme. Also Rückfrage bei Henning Krause. Und die ergab: Das Institut hatte das brandheiße Statement, das alle recherchierenden Journalisten interessierte, mit einer neunzeiligen Einführung auf die Homepage gestellt. Auf den für die Presse bestimmten Seiten: Kein Hinweis.
Die Reaktion der betroffenen Institute auf die Vorwürfe in den Medien hatte mich zur Frage gebracht: Wie gut Wissenschaftskommunikation in Deutschland auf Krisenkommunikation vorbereitet ist. Also fragte ich Henning Krause, ob er das Vorgehen des AWI für gute Krisenkommunikation halte. Seine Antwort war klar: Ja. Es folgte noch ein kurze Diskussion darüber, was ich in Google eingeben müsse, um auf diese Stellungnahme zu stoßen, bis ich mich aus dem Kleinklein mit der Bemerkung zurückzog: Es ist immer leichter zu suchen, wenn man weiß wo es ist, als wenn man gar nicht weiß, ob es existiert.
Die Frage aber bleibt: Hat Henning Krause recht? Genügt es in einer Krisensituation, wenn schnelle Reaktion und intensive, offene Kommunikation gefragt ist, ein längliches, fachliches Statement ins Web zu stellen? Dazu noch ohne Hinweis auf den Webseiten, die eigentlich für die Medien bestimmt sind? Ich möchte hier nicht das AWI kritisieren – es hat – im Gegenteil zu anderen Forschungsinstituten –immerhin reagiert, wenn auch unzureichend. Was mich beschäftigt: Ist dies wirklich gute Krisenkommunikation? In einer Situation, wo die Medien die wichtigsten, schnellsten und glaubwürdigsten Informationsvermittler sind, wo Dutzende Informationen gleichzeitig auf jeden beteiligten Journalisten einströmen, wo redaktionelle Anforderungen sich überschlagen, wo durch online-Ausgaben jede Sekunde Redaktionsschluss ist, wo also wenig Zeit für eine umfassende Recherche bleibt, geschweige denn für ein ausgiebiges Surfen zum Thema im Netz.
So sieht ein Krisenthema auf der anderen Seite des Tisches aus, bei den Medien. Für den Kommunikationsverantwortlichen aber besteht die Notwendigkeit, sich zu Gehör zu bringen, er kann nicht warten, bis er gefragt wird. Da erinnert ein umfängliches Dokument auf der Website eher an das Argument, „aber wir haben doch alles schon gesagt, alles ist längst bekannt“. Es steht da eben öffentlich, ob es wahrgenommen wird ist zweifelhaft. Nun ist die Homepage nicht die schlechteste Seite, aber für Journalisten bei Recherchen an Forschungsinstituten meist auch die langweiligste – meist über Monate unverändert, ein reiner Verteiler zwischen Studenten und Forschern, Administratoren, Sponsoren und eventuell auch Journalisten. Wer als Journalist häufiger mit dem Institut zu tun hat, hat den Link längst auf die Pressemitteilungen oder das Aktuelle gelegt, recherchierende Besucher suchen – aus Angst vor dem Buchbinder-Wanninger-Effekt – in Google gleich den Link zur Pressestelle.
Das Thema Krisenkommunikation in der Wissenschaft wird uns in diesem Blog sicher noch beschäftigen. Nur kurz vorab: Wer in der Krise steckt, muss schauen, dass er Gesprächspartner findet, mit seiner Stellungnahme wahrgenommen wird. Das bedeutet offensiv kommunizieren, was man zu sagen hat, kurz, prägnant und für die Medien aufbereitet formulieren, alle aktuellen Kanäle besetzen, von der Homepage bis zu den Pressemitteilungen, den Social Media-Kanälen, E-Mails und auch dem Online-Verteiler IDW. Und vor allem bedeutet es, hochrangige und glaubwürdige Ansprechpartner zu nennen, die für die Message stehen, auch kompetente Interviewpartner anzubieten, die das Geschehene erklären können. Wer nur darauf baut „das haben wir doch gesagt“, fällt mit seinen Argumenten hinten runter und darf sich nicht wundern, wenn von ihm nur Gestammele veröffentlicht wird.

Danke für den lesenswerten Beitrag. ich habe mich auch ziemlich geärgert über die skandalisierenden Darstellungen im Radio, wo ich zuerst davon erfuhr. Da hatten die Journalisten doch die Stirn, als erstes Beispiel für „Kriegsforschung“ das Hamburger UKE zu nennen, das vom Pentagon finanzierte Krebsforschung betreibt. Ich hätte fast das Auto in die Leitplanke gesteuert, weil ich ins Lenkrat beissen wollte.

Danke für den lesenswerten Beitrag. ich habe mich auch ziemlich geärgert über die skandalisierenden Darstellungen im Radio, wo ich zuerst davon erfuhr. Da hatten die Journalisten doch die Stirn, als erstes Beispiel für „Kriegsforschung“ das Hamburger UKE zu nennen, das vom Pentagon finanzierte Krebsforschung betreibt. Ich hätte fast das Auto in die Leitplanke gesteuert, weil ich ins Lenkrat beissen wollte.

Danke für den Kommentar. Tatsächlich war die „Zivilklausel“ in den Berichten nur ein Randaspekt (allein Bremen wurde genannt). Ihrer Schlussfolgerung würde ich aber zustimmen, zumal – wie sich an Bremen zeigt – für die Drittmittel-Einwerbung der einzelne Wissenschaftler zuständig ist, die Zivilklausel dagegen die Universität als Institution bindet und die hat kein Weisungsrecht. Die Zivilklausel ist jetzt bei populistischen Politikern hoch im Kurs. Es sind zum Teil die gleichen,die andererseits fordern, dass die Bundeswehrsoldaten bei ihren Einsätzen mit der modernsten Ausrüstung ausgestattet sind. Wie soll – und da denke ich keineswegs nur an Waffen – die Ausrüstung aber modern sein, wenn nicht geforscht wird?
Das sind mir zu viele Widersprüche, auf die wollte ich nicht eingehen, denn der Blogpost war ohnehin lang genug. Bei der Frage Militärforschung geht hier um Wertefragen, nicht um Institutionen. Und Wertefragen lassen sich auch nicht durch eine Zivilklausel beantworten.

Danke für den Kommentar. Tatsächlich war die „Zivilklausel“ in den Berichten nur ein Randaspekt (allein Bremen wurde genannt). Ihrer Schlussfolgerung würde ich aber zustimmen, zumal – wie sich an Bremen zeigt – für die Drittmittel-Einwerbung der einzelne Wissenschaftler zuständig ist, die Zivilklausel dagegen die Universität als Institution bindet und die hat kein Weisungsrecht. Die Zivilklausel ist jetzt bei populistischen Politikern hoch im Kurs. Es sind zum Teil die gleichen,die andererseits fordern, dass die Bundeswehrsoldaten bei ihren Einsätzen mit der modernsten Ausrüstung ausgestattet sind. Wie soll – und da denke ich keineswegs nur an Waffen – die Ausrüstung aber modern sein, wenn nicht geforscht wird?
Das sind mir zu viele Widersprüche, auf die wollte ich nicht eingehen, denn der Blogpost war ohnehin lang genug. Bei der Frage Militärforschung geht hier um Wertefragen, nicht um Institutionen. Und Wertefragen lassen sich auch nicht durch eine Zivilklausel beantworten.

Sie lassen den Aspekt aus, der letztlich auch der Aufhänger für NDR & SZ war: Einige der mit Geldern aus den USA bedachten Universitäten (z.B. Uni Bremen) führen so genannte Zivilklauseln, die die Forschung für militärische Zwecke ausschließen. Das war der „Skandal“, nicht das Forschung in Dtl. auch für Rüstungszwecke betrieben wird und wurde.

Wenn aber alle Forschung unter dem Aspekt Dual Use – siehe Hosenknopf – immer auch militärisch verwertbar ist, kann der Schluss nur sein, dass diese „Ziviklauseln“ überflüssige Floskeln sind.

Sie lassen den Aspekt aus, der letztlich auch der Aufhänger für NDR & SZ war: Einige der mit Geldern aus den USA bedachten Universitäten (z.B. Uni Bremen) führen so genannte Zivilklauseln, die die Forschung für militärische Zwecke ausschließen. Das war der „Skandal“, nicht das Forschung in Dtl. auch für Rüstungszwecke betrieben wird und wurde.

Wenn aber alle Forschung unter dem Aspekt Dual Use – siehe Hosenknopf – immer auch militärisch verwertbar ist, kann der Schluss nur sein, dass diese „Ziviklauseln“ überflüssige Floskeln sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.