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Best und Worst Practice Wissenschaft und Kommunikation

Prosit 2015 – Die Wissenschafts-Blogs 2014 sind gewählt

Die Würfel sind gefallen. Am 2. Januar, acht Minuten nach Mitternacht, wurden die Zählmaschinen gestoppt. Damit ist entschieden: Dies sind sind die Wissenschafts-Blogs des Jahres 2014. Hier zunächst kurz die Ergebnisse und dann einige wichtige und interessante Beobachtungen bei der Wahl:

Der Wissenschafts-Blog des Jahres 2014: „Primaklima“

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Auszeichnung und Ehre durch die Blogleser: Der „Wissenschafts-Block in Gold“ für „Primaklima“.

 

 

Der "Wissenschafts-Blog des Jahres 2014" - Primaklima.
Der „Wissenschafts-Blog des Jahres 2014“ – „Primaklima“.
Georg Hoffmann, Blogger von "Primaklima"
Georg Hoffmann, Blogger von „Primaklima“

Der „Wissenschafts-Blog des Jahres 2014“ ist der Blog „Primaklima“ , geschrieben und betrieben von dem aus Deutschland stammenden Klimaforscher Georg Hoffmann von der IMAU – University Utrecht, zu finden auf der Blogplattform Scienceblogs. Er ließ bei der Wahl alle Konkurrenz klar hinter sich, auch alle anderen Klima-Blogs, die auf der Kandidatenliste standen. Georg Hoffmann ist kein „Klimaskeptiker“, er ficht für seine Überzeugung, dass wir im Klimawandel stecken und argumentiert gegen alle Skeptiker, die dies – auch welchen Gründen auch immer – in Zweifel ziehen. Vordergründig scheint es im Blog vor allem um Hoffmanns „Klimawette“ zu gehen: 2014=heißestes Jahr, ganz unwissenschaftlich schon im März abgegeben. Im Gegensatz zu anderen Klima-Blogs versteckt der Klimaforscher seine Meinung nicht hinter der sogenannten „wissenschaftlichen Wahrheit“, sondern nimmt Ergebnisse und Fakten als Ausgangspunkt für seine Argumentation als informierter Bürger, die bis ins Philosophische, Emotionale und oft genug auch in den Humor hineinreicht. Hier betreibt ein Wissenschaftler mit seinem Faktenwissen gesellschaftlichen Dialog, der allerdings innerhalb der Blog-Kommentare dann doch nur wieder im vertrauten Kreis der Gleichgesinnten stattfindet. Herzlichen Glückwunsch zur Wahl zum „Wissenschafts-Blog des Jahres 2014“ (und zur gewonnenen Klimawette) – und zum „Wissenschafts-Block“ in Gold.

Der „Wissenschafts-Blog des Jahres 2014“ in Silber:  „Helmholtz Blogs“

Silber für einen Newcomer - die Helmholtz Blogs
Silber für einen Newcomer – die „Helmholtz Blogs“.

Auf dem zweiten Platz der Lesergunst landete in diesem Jahr ein Newcomer: Die Helmholtz Blogs. Sie erhalten die Kokarde des „Wissenschafts-Blogs des Jahres 2014“ in Silber. Dieses Blogportal der Helmholtz Gemeinschaft ist kaum älter als ein Jahr und hat sich in der Szene der Wissenschafts-Blogs bereits fest etabliert. Eindeutiger Grund dafür: Es wird von dem verantwortlichen Projektleiter Henning Krause ebenso engagiert betrieben, als sei es ein persönlicher Blog, daneben strahlt jeder Beitrag von Helmholtz-Wissenschaftlern so viel Persönlichkeit aus, lässt die Widrigkeiten und Erfolge von Forschung hautnah miterleben, dass man das Gefühl bekommt dabei zu sein: etwa bei Messflügen in der Antarktis, oder bei den Schwerionen-Experimenten der GSI in Darmstadt oder wenn in der Forschungsstation Ny Ålesund in der Arktis zum ersten Mal die Christbaumkerzen brennen. Wir haben über die Helmholtz Blogs bereits in unserer Reihe „Die spannendsten Forscher-Blogs“ berichtet. Herzlichen Glückwunsch zum „Wissenschafts-Block“ in Silber.

Der „Wissenschafts-Blog des Jahres 2014“ in Bronze: „Klimalounge

Der Wissenschafts-Block in Bronze für Klimalounge.
Zum zweiten Mal: Der Wissenschafts-Block in Bronze für „Klimalounge“.

„Same procedure as last year“ – den dritten Platz in der Publikumsgunst belegte auch 2014 – wie 2013 – der Blog „Klimalounge“ der drei Klimaforscher Anders Levermann, Stefan Rahmstorf und Martin Visbeck, zu finden auf der Blog-Plattform „Scilogs“. Und das, obwohl die Autoren ihren Lesern in diesem Jahr ausdrücklich empfohlen haben, sich nicht zu beteiligen – dazu unten mehr. Klimalounge – ein Blog, der nicht müde wird, vor den Folgen des Klimawandels zu warnen und dies mit wissenschaftlichen Ergebnissen zu untermauern, dabei streitbar ist bis zu Gerichtsverfahren. Eine nicht immer ganz transparente Mischung von Wissenschaft und gesellschaftlichem Engagement, entsprechend auch mit einer gehörigen Fangemeinde ausgestattet. Hier gilt die Devise: Wissenschaft ist nicht nur Erkenntnis, sondern fordert zum aktiven Handeln heraus. Herzlichen Glückwunsch zum „Wissenschafts-Blog 2014“ in Bronze.

Weitere Platzierungen, interessanterweise in deutlichem Abstand zu den drei ausgezeichneten Wissenschafts-Blogs des Jahres, untereinander dagegen kaum unterschieden oder sogar stimmengleich:
Astrodicticum Simplex;
blooDNAcid;
Archaeologik;
Klausis Krypto Kolumne;
Fischblog;
Hier-wohnen-Drachen;
Sprachlog.

Neu: Das Blog-Teufelchen der Wissenschaftskritik: „grenz|wissenschaft“

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In diesem Jahr neu: Das „Blog-Teufelchen Wissenschaftskritik“

In diesem Jahr fand parallel zur Wahl des „Wissenschafts-Blogs des Jahres“ eine zweite Wahl statt: Das „Blog-Teufelchen der Wissenschaftskritik“. Wir wollen damit alle, die sich mit Wissenschaftskommunikation beschäftigen, auf die Blogs aufmerksam machen, die sich aus ganz anderer Perspektive mit Wissenschaft beschäftigen, sich so benennen und zum Teil ein deutlich engagierteres Publikum haben (oder die besseren Software-Automaten) als die Wissenschafts-Blogs – selbst wenn Wissenschaftler dies bei den meisten dieser Blogs nie als Wissenschaft bezeichnen würden. Für Kommunikatoren ist es aber wichtig, zu wissen, was sich außerhalb der etablierten Wissenschaft in der Gesellschaft unter der Fahne „Wissenschaft“ tut.

Der erste Gewinner des "Blog-Teufelchens der Wissenschaftskritik": "grenz|wissenschaft-aktuell".
Der erste Gewinner des „Blog-Teufelchens der Wissenschaftskritik“: „grenz|wissenschaft-aktuell“.
Andreas Müller
Andreas Müller

In dieser zweiten Kategorie vereint der Blog „grenz|wissenschaft-aktuell“ des Saarbrücker Kornkreis-Spezialisten Andreas Müller mit deutlichem Abstand die meisten Stimmen auf sich. Er erhält von unseren Lesern das „Blog-Teufelchen der Wissenschaftskritik 2014“ verliehen. In diesem Blog geht es keineswegs nur um um das Phänomen Kornkreise, sondern um viele andere Themen, um UFOs etwa oder um den „Big Foot“, die amerikanische Version des Schneemenschen Yeti, aber auch um so wissenschaftsnahe Dinge wie die Marssonde „Mars Express“ oder die Lernfähigkeiten des Gehirns bei der Bedienung von Smartphones. Ein Blog, mit offensichtlich vielen engagierten Anhängern, die selbst nachts in großer Zahl für ihren Favoriten stimmten. Herzlichen Glückwunsch zum „Blog-Teufelchen der Wissenschaftskritik 2014“.

Weitere Platzierungen – mit deutlichem Abstand:
EIKE – Europäisches Institut für Klima und Energie;
Die kalte Sonne;
Kritische Wissenschaft – critical science;
Science Skeptical Blog.

Neu: Der Sonderpreis der Redaktion „Wissenschaft kommuniziert“

Aufmerksam machen: Auf das neue und zukunftsträchtige Massenmedium Blog, auf Blogs rund um die Wissenschaft, die es lohnt, zu lesen, zu verfolgen, zu beobachten – sei es wegen ihrer interessanten Informationen, sei es, weil sie gesellschaftliche Trends ausdrücken, die für die Wissenschaft wichtig werden könnten, sei es, weil sie mit Argumenten spielen, mit denen sich Wissenschaft in der gesellschaftlichen Debatte auseinandersetzen muss. Das ist der Sinn der Wahl zum „Wissenschafts-Blog des Jahres“.

Nun gibt es aber neben den großen, massentauglichen Blogs, die bei dieser Publikumswahl die Stimmen sammeln, in Nischenthemen spannende Wissenschafts-Blogs oder auch Blog-Teufelchen, die es lohnt zu sehen. Um diesen Blogs eine Chance zu geben, haben wir in diesem Jahr zusätzlich zu den beiden Publikumswahlen den „Sonderpreis der Redaktion“ eingeführt: Unsere ganz persönlichen Favoriten unter den vielen Kandidaten – klein, nur schwer wahrnehmbar, aber engagiert und reich an Anregungen und Themen, für jeden, der sich für Wissenschaftskommunikation interessiert oder sich sogar professionell damit beschäftigt.

Der Sonderpreis der Redaktion als Wissenschafts-Blog: Statistik in Dresden.
Der Sonderpreis der Redaktion als Wissenschafts-Blog: „Statistik in Dresden“.

Der Sonderpreis der Redaktion in der Kategorie Wissenschafts-Blog des Jahres geht an den Blog „Statistik in Dresden“ von Wolf Riepl. Der freiberufliche Soziologe und Statistiker ist ein Zahlenfreak: Alles was sich in Zahlen fassen lässt, setzt er in seinem Blog um, von der Pegida-Bewegung bis zum Weihnachtsfest. Dabei lässt er seine Leser nicht nur an den Statistiken auf lebendige Weise teilhaben, sondern auch an den Methoden, wie Statistiken zu bewerten sind. Und im Gegensatz zum Titel des Blogs sind seine Themen gar nicht so lokal auf Dresden bezogen. Eine Fundgrube für alle, die der Meinung sind, dass Zahlen einen guten Teil unseres täglichen Lebens widerspiegeln, oder die sich beruflich mit Statistiken beschäftigen müssen (und wer muss das nicht?). Eine Entdeckung, die es lohnt, sich anzuschauen.

Der Sonderpreis der Redaktion zum "Blog-Teufelchen 2014" für den Blog "Sciencesofa".
Der Sonderpreis der Redaktion zum „Blog-Teufelchen 2014“ für den Blog „Sciencesofa“.

Der Sonderpreis der Redaktion in der Kategorie „Blog-Teufelchen der Wissenschaftskritik“ geht an den Schweizer Blog „Sciencesofa“ von Florian Fisch. Es ist zwar der Blog, der bei der Wahl mit Abstand die wenigsten Stimmen von allen bekam (genau 22), der aber sehr viel lesenswerter ist als vieles, was in dieser Kategorie von anderen Blogs angeboten wird. Journalisten und Wissenschaftler beleuchten – oft mit gesellschaftlicher Perspektive – Ereignisse und Veröffentlichung: Was bedeutet es für Patienten, dass jeder vierte Arzt nicht der evidenzbasierten Medizin vertraut? Evolution oder Kreationismus lediglich eine Geschmacksfrage? Wie ist die Beziehung von Wissenschaft und Wahrheit? Insgesamt kritische Fragen an die Wissenschaft, denen sie sich stellen muss, ohne in verträumte Emotionalität abzugleiten oder einem halsstarrigen „wenn alle gegen mich sind – ich habe doch recht“ zu huldigen. Lesenswert, nachdenkenswert.

Bemerkenswertes für die Wissenschaftskommunikation

Zunächst einmal: Die Wahl zum „Wissenschafts-Blog des Jahres“ ist eine Publikumswahl. So wie der Fernsehpreis „Bambi“ nicht die besten Sendungen und Stars auszeichnen kann, sondern die populärsten, so kann eine offene Online-Wahl nur die beliebtesten Wissenschafts-Blogs finden, nicht die unter wissenschaftlichen oder journalistischen Gesichtspunkten besten. Über 6.000 Stimmen verteilten sich auf die insgesamt 35 Kandidaten, rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Anregungen zu dieser Kandidatenliste kamen aus dem Teads-Ranking „Top Blogs“ (ehemals ebuzzing-Ranking) der einflussreichsten Blogs zu Wissenschaft und Forschung, aus eigenen Recherchen von „Wissenschaft kommuniziert“, aus Vorschlägen der Leser und aus Tipps von Kollegen (Danke an alle). Eines kann diese Wahl nicht: repräsentativ sein, dazu ist diese Methode nicht geeignet. Alle Sperren gegen Doppelstimmen, die das Umfragetool hergab, wurden genutzt. Ob es Wege gab, dies zu umgehen – dazu reichen meine technischen Fähigkeiten nicht aus.

Trotz der Proteste einiger Kommentatoren hat sich die Aufteilung in „Wissenschafts-Blog des Jahres“ und „Blogteufelchen der Wissenschaftskritik“ bewährt. Denn jetzt sind die Verhältnisse klar. Eine seltsame Reaktion gab es jedoch vom Klimaforscher Stefan Rahmstorf. Nachdem er im letzten Jahr seine Leser eindringlich dazu aufgefordert hatte, bei der Wahl für seinen Blog „Klimalounge“ zu stimmen, versuchte er in diesem Jahr seine Leser mit dem Totschlag-Argument „nicht mehr ganz von der Seriosität dieser Wahl überzeugt“ regelrecht abzuschrecken. Als wir Rahmstorf nach einer Begründung für dieses ehrenrührige Urteil fragten, ging er auf den Vorwurf „zweifelhafte Seriosität“ gar nicht mehr ein: Ihn hatten politisch-taktische Gründe im Kampf gegen die Klimawandelskeptiker bewogen, dieses Mal nicht mehr auf Stimmenfang zu gehen, denn durch die Aufteilung in zwei Wahlen konnte eine gute Platzierung der „Klimalounge“ die Kritiker nicht mehr verdrängen. Spricht das nun etwa für einen seriös agierenden Wissenschaftler: ohne Grund jemandem als zweifelhaft seriös zu brandmarken, obwohl man in Wirklichkeit nur selbst eine taktisch Kehrtwende im politischen Ränkespiel vollzogen hat? Genützt hat es Rahmstorf wenig: Die Leser haben ihn wie 2013 auf den dritten Platz gewählt.

Diese Randgeschichte ist wieder nur ein Beleg mehr, dass zahlreiche Beteiligte die Wahl des Wissenschafts-Blogs viel zu ernst nehmen. Darauf bin ich schon bei den Ergebnissen 2013 eingegangen. Ziel ist: Auf interessante und populäre Wissenschafts-Blogs aufmerksam zu machen, ebenso auf die Kritiker, deren Publikum nach dem aktuellen (repräsentativen!) Wissenschaftsbarometer vielleicht sogar in Deutschland in der Mehrheit sind. Wichtige Informationen für die Wissenschaftskommunikation, ganz sicher. Vor allem aber ist dies auch durch die Wahl ein schönes Spiel: Hätten wir die 33 Blogs nur als Liste vorgestellt, hätte kaum jemand Notiz davon genommen und den interessanten Blogs wären viele, viele Klicks entgangen. Leser, die sie nicht kennen, können auch nicht wieder auf die interessanten Blogs zurückkehren.

 

28 Antworten auf „Prosit 2015 – Die Wissenschafts-Blogs 2014 sind gewählt“

Lieber Herr Leinfelder,
es geht nicht um die Inhalte, sondern um die Art und Weise der Kommunikation. Herr Rahmstorf war bereits früh ein sehr guter Forscher (weshalb ich ihm vor über 15 Jahren zu einem Auftritt bei einer „Science“-Veranstaltung verhalf). Und inhaltlich liegen wir sogar ziemlich auf der gleichen Linie. Ich war einer der ersten deutschen Journalisten, die vor dem Klimawandel und den Folgen gewarnt haben (vor ziemlich genau 40 Jahren, als die meisten heutigen Klimaexperten noch nicht einmal wussten, was Klimaforschung ist). Es geht um die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und da habe ich Herrn Rahmstorf, wie beschrieben, ganz anders erlebt als Sie – und da stehe ich nicht allein. Wer als Wissenschaftler in der Gesellschaft Andersdenkende als Feinde betrachtet, sie niederzumachen versucht und nur eine – seine – Wirklichkeit akzeptieren will, der schadet letztendlich seiner eigenen Sache.

Lieber Herr Leinfelder,
es geht nicht um die Inhalte, sondern um die Art und Weise der Kommunikation. Herr Rahmstorf war bereits früh ein sehr guter Forscher (weshalb ich ihm vor über 15 Jahren zu einem Auftritt bei einer „Science“-Veranstaltung verhalf). Und inhaltlich liegen wir sogar ziemlich auf der gleichen Linie. Ich war einer der ersten deutschen Journalisten, die vor dem Klimawandel und den Folgen gewarnt haben (vor ziemlich genau 40 Jahren, als die meisten heutigen Klimaexperten noch nicht einmal wussten, was Klimaforschung ist). Es geht um die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und da habe ich Herrn Rahmstorf, wie beschrieben, ganz anders erlebt als Sie – und da stehe ich nicht allein. Wer als Wissenschaftler in der Gesellschaft Andersdenkende als Feinde betrachtet, sie niederzumachen versucht und nur eine – seine – Wirklichkeit akzeptieren will, der schadet letztendlich seiner eigenen Sache.

Lieber Herr Korbmann, bei aller persönlichen Wertschätzung, aber Ihren letzten Satz halte ich für unangebracht. Wo führt denn Stefan Rahmstorf Krieg? Und was sollen diese „alle Mittel“ dazu sein? Seine Mittel sind doch keine (rhetorischen) Kriegsmittel, sondern sachliche Argumente, wie er sie etwa in der KlimaLounge bietet. Er wird zwar selbst extrem viel angefeindet, allerdings bleibt er – auch bei direkten Diskussionen – immer sachlich, wenn auch erfreulich dezidiert. Und dass er zu den exzellentesten Klimaforschern gehört, ist doch wohl wirklich unbestritten (siehe z.B. hier: http://www.spektrum.de/news/exzellente-deutsche-klimaforschung/1256194 ) . Ich schreibe dies auch, weil eben auch Klimawissenschaftler durchaus persönlich bedroht werden, schon daher sollte man zwischen zulässiger, faktengestützter Kritik und oftmals diffamierender pseudowissenschaftlicher Kritik strikt unterscheiden. EIKE etwa schreiben schon als Slogan direkt unter ihr Logo: „Nicht das Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit!“ Sie verstehen sich also als Freiheitskämpfer.. Ich habe die Kritik im Rahmstorfschen Blog auch überhaupt nicht so verstanden, dass er Sie als Person als unseriös bezeichnet hätte, sondern die Modalitäten der Blogwahl damit gemeint hat. Und wenn Sie in der „Teufelchen-Kategorie“ eben wissenschaftsbasierte kritische Blogs wie GWIP, Kritische Wissenschaft oder Science Sofa (zu denen man natürlich durchaus auch unterschiedlicher Meinung sein kann), mit Esoterik- und Klimawandelleugnerblogs zusammengruppieren, war dies zumindest auch meiner Meinung nach ein Fehler, auf den man auch hinweisen können muss, selbst wenn Sie dies ggf. anders sehen. Dies ist ja überhaupt keine generelle Kritik an Ihrem Bog, ganz im Gegenteil – vielen Dank für das Engagement – sondern eben an dieser einen Sache. Beste Grüße, Reinhold Leinfelder

Lieber Herr Korbmann, bei aller persönlichen Wertschätzung, aber Ihren letzten Satz halte ich für unangebracht. Wo führt denn Stefan Rahmstorf Krieg? Und was sollen diese „alle Mittel“ dazu sein? Seine Mittel sind doch keine (rhetorischen) Kriegsmittel, sondern sachliche Argumente, wie er sie etwa in der KlimaLounge bietet. Er wird zwar selbst extrem viel angefeindet, allerdings bleibt er – auch bei direkten Diskussionen – immer sachlich, wenn auch erfreulich dezidiert. Und dass er zu den exzellentesten Klimaforschern gehört, ist doch wohl wirklich unbestritten (siehe z.B. hier: http://www.spektrum.de/news/exzellente-deutsche-klimaforschung/1256194 ) . Ich schreibe dies auch, weil eben auch Klimawissenschaftler durchaus persönlich bedroht werden, schon daher sollte man zwischen zulässiger, faktengestützter Kritik und oftmals diffamierender pseudowissenschaftlicher Kritik strikt unterscheiden. EIKE etwa schreiben schon als Slogan direkt unter ihr Logo: „Nicht das Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit!“ Sie verstehen sich also als Freiheitskämpfer.. Ich habe die Kritik im Rahmstorfschen Blog auch überhaupt nicht so verstanden, dass er Sie als Person als unseriös bezeichnet hätte, sondern die Modalitäten der Blogwahl damit gemeint hat. Und wenn Sie in der „Teufelchen-Kategorie“ eben wissenschaftsbasierte kritische Blogs wie GWIP, Kritische Wissenschaft oder Science Sofa (zu denen man natürlich durchaus auch unterschiedlicher Meinung sein kann), mit Esoterik- und Klimawandelleugnerblogs zusammengruppieren, war dies zumindest auch meiner Meinung nach ein Fehler, auf den man auch hinweisen können muss, selbst wenn Sie dies ggf. anders sehen. Dies ist ja überhaupt keine generelle Kritik an Ihrem Bog, ganz im Gegenteil – vielen Dank für das Engagement – sondern eben an dieser einen Sache. Beste Grüße, Reinhold Leinfelder

Lieber Herr Leinfeler,
ob Rahmstorf seine Leser auffordert, sich an der Wahl der „Wissenschafts-Blogs des Jahres“ zu beteiligen oder nicht – so habe ich ihm wiederholt mitgeteilt – ist mir wirklich gleichgültig.
Aber ist es ein seriöses Vorgehen, wenn jemand die Seriosität eines anderen in Zweifel zieht und auch auf mehrfache Aufforderung nicht bereit ist, dies zu belegen? Und der Vorwurf „unseriiös“ – zumal unbegründet – ist in Wissenschaftskreisen nun wirklich ein Totschlagargument. Darum geht es, und das habe ich in meinem Blogpost so dargestellt. Und ich würde heute weiter fragen: Ist es seriös, von einer „fragwürdigen Wahl“ zu sprechen, wenn man in Wirklichkeit lediglich einen Kandidaten für fragwürdig hält (was ja doch ein Unterschied ist)?
Aber ich will die Argumentation mit Rahmstorf tatsächlich nicht weiter führen. Das ist es nicht wert.
Nur so viel: In dieser Wahl wurden keine Blogs bewertet. Dies ist eine Publikumswahl, in der per se keine Qualität beurteilt werden kann. Wenn Sie so wollen: Eine „Bambi“-Wahl – kein Grimme-(und schon gar kein Nobel-)Preis.
Und noch etwas: Es spricht sogar alles dafür – da sind wir uns einig – wenn Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen (siehe: Ein Wort an die Damen) sich gesellschaftspolitisch engagieren und ihre Ergebnisse gesellschaftspolitisch weiterdenken. Das tut in beachtenswerter Weise, finde ich, Georg Hoffmann mit „Primaklima„. Wer aber glaubt, dass er nur mit seiner eigenen persönlichen Wahrheit recht bekommen darf und gegen andere gesellschaftlichen Argumente und Perspektiven mit allen Mitteln Krieg führt, der schadet der Glaubwürdigkeit der Wissenschaft in unserer offenen, demokratischen Gesellschaft.

Lieber Herr Leinfeler,
ob Rahmstorf seine Leser auffordert, sich an der Wahl der „Wissenschafts-Blogs des Jahres“ zu beteiligen oder nicht – so habe ich ihm wiederholt mitgeteilt – ist mir wirklich gleichgültig.
Aber ist es ein seriöses Vorgehen, wenn jemand die Seriosität eines anderen in Zweifel zieht und auch auf mehrfache Aufforderung nicht bereit ist, dies zu belegen? Und der Vorwurf „unseriiös“ – zumal unbegründet – ist in Wissenschaftskreisen nun wirklich ein Totschlagargument. Darum geht es, und das habe ich in meinem Blogpost so dargestellt. Und ich würde heute weiter fragen: Ist es seriös, von einer „fragwürdigen Wahl“ zu sprechen, wenn man in Wirklichkeit lediglich einen Kandidaten für fragwürdig hält (was ja doch ein Unterschied ist)?
Aber ich will die Argumentation mit Rahmstorf tatsächlich nicht weiter führen. Das ist es nicht wert.
Nur so viel: In dieser Wahl wurden keine Blogs bewertet. Dies ist eine Publikumswahl, in der per se keine Qualität beurteilt werden kann. Wenn Sie so wollen: Eine „Bambi“-Wahl – kein Grimme-(und schon gar kein Nobel-)Preis.
Und noch etwas: Es spricht sogar alles dafür – da sind wir uns einig – wenn Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen (siehe: Ein Wort an die Damen) sich gesellschaftspolitisch engagieren und ihre Ergebnisse gesellschaftspolitisch weiterdenken. Das tut in beachtenswerter Weise, finde ich, Georg Hoffmann mit „Primaklima„. Wer aber glaubt, dass er nur mit seiner eigenen persönlichen Wahrheit recht bekommen darf und gegen andere gesellschaftlichen Argumente und Perspektiven mit allen Mitteln Krieg führt, der schadet der Glaubwürdigkeit der Wissenschaft in unserer offenen, demokratischen Gesellschaft.

Lieber Herr Korbmann, danke für Ihre Antwort. Ich bin natürlich auch für sachliche Diskussion. Aber gerade deshalb: Was ist daran unseriös, wenn die Klimalounge dieses Jahr nicht mehr mitmachen will, da Sie EIKE nominiert haben, letztes Jahr aber noch mitgemacht hat, aks EIKE nicht nominiert war? Ich finde das völlig schlüssig und verständlich. Ansonsten: Dass WissenschaftlerINNEN ihre Ergebnisse auch gesellschaftspolitisch weiterdenken, wird doch laufend angemahnt (Stichwort Transdisziplinarität), verlassen sie aber dazu eben ihren Elfenbeinturm, sollte ihnen nicht Taktieren vorgeworfen und ggf. sogar ihre Seriosität in Frage gestellt werden. Auch finde ich Rahmstorfs Artikel sachlich, nicht auf „Zankniveau“. Also hier nochmals mein Punkt: Wichtig ist natürlich, dass wir weiterhin Wissenschaftsblogs, natürlich auch wissenschaftskritische Blogs haben und sogar ausbauen – und nichts gegen ein Bewertungssystem (dazu wurden jetzt auf dem Blog von Stefan Rahmstorf einige gute Ideen geäußert) -, allerdings dürfen sich da keine pseudowissenschaftlichen Blogs einschleichen, die fälschlicherweise vorgeben wollen, sie seien wissenschaftlich. Das gilt für das Thema Klima genauso wie für Evolution, Gesundheit uvm. Solche in einem Verfahren gemeinsam mit Wissenschaftsblogs und wissenschaftskritischen Blogs zu bewerten, halte auch ich für zumindest missverständnisfördernd. Beste Grüße Reinhold Leinfelder

Lieber Herr Korbmann, danke für Ihre Antwort. Ich bin natürlich auch für sachliche Diskussion. Aber gerade deshalb: Was ist daran unseriös, wenn die Klimalounge dieses Jahr nicht mehr mitmachen will, da Sie EIKE nominiert haben, letztes Jahr aber noch mitgemacht hat, aks EIKE nicht nominiert war? Ich finde das völlig schlüssig und verständlich. Ansonsten: Dass WissenschaftlerINNEN ihre Ergebnisse auch gesellschaftspolitisch weiterdenken, wird doch laufend angemahnt (Stichwort Transdisziplinarität), verlassen sie aber dazu eben ihren Elfenbeinturm, sollte ihnen nicht Taktieren vorgeworfen und ggf. sogar ihre Seriosität in Frage gestellt werden. Auch finde ich Rahmstorfs Artikel sachlich, nicht auf „Zankniveau“. Also hier nochmals mein Punkt: Wichtig ist natürlich, dass wir weiterhin Wissenschaftsblogs, natürlich auch wissenschaftskritische Blogs haben und sogar ausbauen – und nichts gegen ein Bewertungssystem (dazu wurden jetzt auf dem Blog von Stefan Rahmstorf einige gute Ideen geäußert) -, allerdings dürfen sich da keine pseudowissenschaftlichen Blogs einschleichen, die fälschlicherweise vorgeben wollen, sie seien wissenschaftlich. Das gilt für das Thema Klima genauso wie für Evolution, Gesundheit uvm. Solche in einem Verfahren gemeinsam mit Wissenschaftsblogs und wissenschaftskritischen Blogs zu bewerten, halte auch ich für zumindest missverständnisfördernd. Beste Grüße Reinhold Leinfelder

Lieber Herr Leinfelder,
warum ich eine eigene Wahl auch für „wissenschaftsleugnende“ Blogs durchgeführt habe, habe ich nach langen Diskussionen – hier und auf anderen Blogs – vor Monaten ausführlich erläutert (Was ist ein Wissenschafts-Blog? – Da gibt es viele Perspektiven!). Ich halte es für wichtig, dass sich Wissenschaftskommunikatoren mit Erscheinungen beschäftigen, die sich in der Gesellschaft unter dem Signum „Wissenschaft“ tummeln. Während diese Blogs in den letzten Jahren in der Reihe der „Wissenschafts-Blogs“ mitgeschwommen sind, nahm ich mir die Diskussion nach der letzten Wahl zu Herzen und habe versucht, klare Verhältnisse zu schaffen durch zwei Wahlen, einmal die „Wissenschafts-Blogs des Jahres“, zum anderen die „Blog-Teufelchen der Wissenschaftskritik“, die sich schon vom Titel her deutlich von der seriösen Singulär-Auszeichnung abhebt.
Natürlich gibt es journalistisch andere Möglichkeiten, wem sagen Sie das! Gerade auch nach den jüngsten Erfahrungen kann ich aber sagen, wohl kaum eine andere wäre so wirkungsvoll gewesen, dass die Leser nicht nur klug mit dem Kopf nicken, sondern darüber diskutieren, sich damit auseinandersetzen.
Rahmstorfs Blogpost kenne ich und habe ich kommentiert. Er strotzt von Verzerrungen und Auslassungen, wie schon zuvor. So titelt er von einer fragwürdigen Wahl, beschreibt im Beitrag dann aber vor allem einen „fragwürdigen Blog“ der bei einer zweiten Wahl als Kandidat anstand – und das nachdem er sich noch vor einem Jahr bei seinen Lesern für die Wahl, von der er schreibt, stark gemacht hatte. Ich halte dies tatsächlich für kein seriöses Vorgehen in der Argumentation, habe aber keine Lust, den Zank auf diesem Niveau zu vertiefen. Das ist es nicht wert.

Lieber Herr Leinfelder,
warum ich eine eigene Wahl auch für „wissenschaftsleugnende“ Blogs durchgeführt habe, habe ich nach langen Diskussionen – hier und auf anderen Blogs – vor Monaten ausführlich erläutert (Was ist ein Wissenschafts-Blog? – Da gibt es viele Perspektiven!). Ich halte es für wichtig, dass sich Wissenschaftskommunikatoren mit Erscheinungen beschäftigen, die sich in der Gesellschaft unter dem Signum „Wissenschaft“ tummeln. Während diese Blogs in den letzten Jahren in der Reihe der „Wissenschafts-Blogs“ mitgeschwommen sind, nahm ich mir die Diskussion nach der letzten Wahl zu Herzen und habe versucht, klare Verhältnisse zu schaffen durch zwei Wahlen, einmal die „Wissenschafts-Blogs des Jahres“, zum anderen die „Blog-Teufelchen der Wissenschaftskritik“, die sich schon vom Titel her deutlich von der seriösen Singulär-Auszeichnung abhebt.
Natürlich gibt es journalistisch andere Möglichkeiten, wem sagen Sie das! Gerade auch nach den jüngsten Erfahrungen kann ich aber sagen, wohl kaum eine andere wäre so wirkungsvoll gewesen, dass die Leser nicht nur klug mit dem Kopf nicken, sondern darüber diskutieren, sich damit auseinandersetzen.
Rahmstorfs Blogpost kenne ich und habe ich kommentiert. Er strotzt von Verzerrungen und Auslassungen, wie schon zuvor. So titelt er von einer fragwürdigen Wahl, beschreibt im Beitrag dann aber vor allem einen „fragwürdigen Blog“ der bei einer zweiten Wahl als Kandidat anstand – und das nachdem er sich noch vor einem Jahr bei seinen Lesern für die Wahl, von der er schreibt, stark gemacht hatte. Ich halte dies tatsächlich für kein seriöses Vorgehen in der Argumentation, habe aber keine Lust, den Zank auf diesem Niveau zu vertiefen. Das ist es nicht wert.

Lieber Herr Heller,
es geht nicht darum, Debatten zu befrieden. Debatten sind sinnvoll. Es geht um möglichst gute Lösungen. Und es ist schon seltsam dass – nachdem ich das Thema seit vielen Monaten in meinem Blog diskutiere, die Beschwerden an der Aufteilung (mit Ausnahme Freistetter und Rahmstorf) erst jetzt kommen, nachdem die Ergebnisse veröffentlicht sind.

Zu Ihren übrigen Anmerkungen bin ich bereits in meiner Antwort an Henning Krause eingegangen. Und wenn Sie sich da üer das „mit Wissenschaft schmücken“ mokieren, dann bringen Sie Problembeschreibung und Problemlösung durcheinander. Nicht alle Blogs des „Blog-Teufelchens“ tun das, aber einige. Welche?- Das dürfen Sie für sich selbst entscheiden. 😉

Lieber Herr Heller,
es geht nicht darum, Debatten zu befrieden. Debatten sind sinnvoll. Es geht um möglichst gute Lösungen. Und es ist schon seltsam dass – nachdem ich das Thema seit vielen Monaten in meinem Blog diskutiere, die Beschwerden an der Aufteilung (mit Ausnahme Freistetter und Rahmstorf) erst jetzt kommen, nachdem die Ergebnisse veröffentlicht sind.

Zu Ihren übrigen Anmerkungen bin ich bereits in meiner Antwort an Henning Krause eingegangen. Und wenn Sie sich da üer das „mit Wissenschaft schmücken“ mokieren, dann bringen Sie Problembeschreibung und Problemlösung durcheinander. Nicht alle Blogs des „Blog-Teufelchens“ tun das, aber einige. Welche?- Das dürfen Sie für sich selbst entscheiden. 😉

Lieber Herr Korbmann,

offensichtlich wird Ihre Initiative von außen viel ernsthafter (und politischer) betrachtet, als Sie das als Veranstalter gerne sähen. Ich hatte Ihnen das im Jahr 2012 bereits prophezeit.

Sie schreiben:

„Konkreter: bei dieser Publikumswahl nicht wissenschaftsnahe Blogs direkt gegen Blogs mit eher unwissenschaftlichen Inhalten (die sich aber mit dem Begriff „Wissenschaft“ schmücken) antreten zu lassen.“

Gilt dies aus Ihrer Sicht für alle acht Kandidaten der zweiten Kategorie? Sind also alle acht Bewerber für das Blogteufelchen „Blogs mit eher unwissenschaftlichen Inhalten (die sich aber mit dem Begriff „Wissenschaft“ schmücken)“?

Lieber Herr Korbmann,

offensichtlich wird Ihre Initiative von außen viel ernsthafter (und politischer) betrachtet, als Sie das als Veranstalter gerne sähen. Ich hatte Ihnen das im Jahr 2012 bereits prophezeit.

Sie schreiben:

„Konkreter: bei dieser Publikumswahl nicht wissenschaftsnahe Blogs direkt gegen Blogs mit eher unwissenschaftlichen Inhalten (die sich aber mit dem Begriff „Wissenschaft“ schmücken) antreten zu lassen.“

Gilt dies aus Ihrer Sicht für alle acht Kandidaten der zweiten Kategorie? Sind also alle acht Bewerber für das Blogteufelchen „Blogs mit eher unwissenschaftlichen Inhalten (die sich aber mit dem Begriff „Wissenschaft“ schmücken)“?

Lieber Henning Krause,

danke für den konstruktiven Beitrag zur Diskussion um die „Wissenschafts-Blogs des Jahres“. Ich freue mich, dass meine jahrelange Arbeit für diese Auszeichnung von Blogs als großartigem Medium für die Kommunikation von Wissenschaft und Gesellschaft dazu geführt hat, dass sie von Ihnen, den Kritikern und offensichtlich auch Institutionen jetzt ernst genommen wird.

Angesichts der gewachsenen Bedeutung bin ich grundsätzlich offen gegenüber Einzelpersonen oder Organisationen (und war dies auch schon vorher) für Gespräche über eine Zusammenarbeit oder darüber, die Auszeichnung auf eine breitere Basis zu stellen.

Kurz zu Ihren konkreten Fragen:
– Eine Namensänderung allein löst sicher keine Probleme.
– Über die Vorauswahl, die Kriterien und Wege in die Vorschlagsliste wird offen seit mehr als einem Jahr in diesem und auf mindestens einem anderen Blog diskutiert und geschrieben. Die Blogposts und Kommentare sind alle in der Ausschreibung der Wahl und an anderenStellen immer wieder genannt und verlinkt. Wer sich beteiligt hat, konnte sich einbringen. Ich bin aber auch gern bereit, dazu noch einmal eine Zusammenfassung oder Linkliste zu veröffentlichen.
– Die Zahlen der Abstimmung kann ich gern veröffentlichen. Ich halte sie für unwichtig, was den Sinn der Wahl angeht: Auf Blogs, die für die Wissenschaftskommunikation interessant sind, aufmerksam zu machen. Wenn es aber der Transparenz und der Glaubwürdigkeit dient, greife ich diese Anregung gern auf.
– Auch die Ausgliederung der „Blog-Teufelchen“ habe ich in einem eigenen Blogpost (Was ist ein Wissenschafts-Blog? – Da gibt es viele Perspektiven!) und bei der Ausschreibung der Wahl begründet. Es ging schlicht darum, Konsequenzen aus den Diskussionen des letzten Jahres zu ziehen. Konkreter: bei dieser Publikumswahl nicht wissenschaftsnahe Blogs direkt gegen Blogs mit eher unwissenschaftlichen Inhalten (die sich aber mit dem Begriff „Wissenschaft“ schmücken) antreten zu lassen. Es handelt sich auch nicht um eine Kategorie der „Wissenschafts-Blogs des Jahres“, sondern um eine eigenständige, getrennte Wahl bei der es nur eine Auszeichnung gibt, das „Blogteufelchen“, das ja eher gegen die „Wissenschafts-Blogs“ steht. (Es gibt – im Gegensatz zu den „Wissenschafts-Blogs“ – auch keinen zweiten Platz, wie Herr Rahmstorf dies entdeckt hat.)
– Die Sicherheitsmaßnahmen gegen Mehrfachabstimmungen möchte ich aus Sicherheitsgründen nicht offen nennen, um es Interessierten nicht zu leicht zu machen, sie zu umgehen. Vertraulich nenne ich sie Ihnen persönlich gern. Ich kann Ihnen versichern, dass die bei dem gängigen Umfragetool höchste Stufe an Absicherung verwendet wurde.
Bei den „Blog-Teufelchen“ ist in diesem Jahr in den ersten Tagen eine technische Panne passiert, da entgegen der Absicht mehrere Blogs gewählt werden konnten, nicht nur einer. Mehrfachabstimmung für einen bestimmten Blog waren dennoch nicht möglich, das Wahlergebnis wurde dadurch nicht verändert, lediglich eventuell die Stimmenanzahl, die auf die einzelnen Blogs entfielen.
Auf die Kritik von Prof. Rahmstorf und Florian Freistetter werde ich direkt in den Blogs eingehen.

Ich bin gespannt auf Vorschläge für Gespräche.
Mit besten Grüßen
Ihr Reiner Korbmann

Nachtrag

Hier, wie versprochen, die Ergebnisse der Wahl in Zahlen
Ergebnisse Wahl Wissenschafts-Blogs

Und die Ergebnisse der Wahl zum „Blog-Teufelchen“
Ergebnis Wahl Blog-Teufelchen

Lieber Henning Krause,

danke für den konstruktiven Beitrag zur Diskussion um die „Wissenschafts-Blogs des Jahres“. Ich freue mich, dass meine jahrelange Arbeit für diese Auszeichnung von Blogs als großartigem Medium für die Kommunikation von Wissenschaft und Gesellschaft dazu geführt hat, dass sie von Ihnen, den Kritikern und offensichtlich auch Institutionen jetzt ernst genommen wird.

Angesichts der gewachsenen Bedeutung bin ich grundsätzlich offen gegenüber Einzelpersonen oder Organisationen (und war dies auch schon vorher) für Gespräche über eine Zusammenarbeit oder darüber, die Auszeichnung auf eine breitere Basis zu stellen.

Kurz zu Ihren konkreten Fragen:
– Eine Namensänderung allein löst sicher keine Probleme.
– Über die Vorauswahl, die Kriterien und Wege in die Vorschlagsliste wird offen seit mehr als einem Jahr in diesem und auf mindestens einem anderen Blog diskutiert und geschrieben. Die Blogposts und Kommentare sind alle in der Ausschreibung der Wahl und an anderenStellen immer wieder genannt und verlinkt. Wer sich beteiligt hat, konnte sich einbringen. Ich bin aber auch gern bereit, dazu noch einmal eine Zusammenfassung oder Linkliste zu veröffentlichen.
– Die Zahlen der Abstimmung kann ich gern veröffentlichen. Ich halte sie für unwichtig, was den Sinn der Wahl angeht: Auf Blogs, die für die Wissenschaftskommunikation interessant sind, aufmerksam zu machen. Wenn es aber der Transparenz und der Glaubwürdigkeit dient, greife ich diese Anregung gern auf.
– Auch die Ausgliederung der „Blog-Teufelchen“ habe ich in einem eigenen Blogpost (Was ist ein Wissenschafts-Blog? – Da gibt es viele Perspektiven!) und bei der Ausschreibung der Wahl begründet. Es ging schlicht darum, Konsequenzen aus den Diskussionen des letzten Jahres zu ziehen. Konkreter: bei dieser Publikumswahl nicht wissenschaftsnahe Blogs direkt gegen Blogs mit eher unwissenschaftlichen Inhalten (die sich aber mit dem Begriff „Wissenschaft“ schmücken) antreten zu lassen. Es handelt sich auch nicht um eine Kategorie der „Wissenschafts-Blogs des Jahres“, sondern um eine eigenständige, getrennte Wahl bei der es nur eine Auszeichnung gibt, das „Blogteufelchen“, das ja eher gegen die „Wissenschafts-Blogs“ steht. (Es gibt – im Gegensatz zu den „Wissenschafts-Blogs“ – auch keinen zweiten Platz, wie Herr Rahmstorf dies entdeckt hat.)
– Die Sicherheitsmaßnahmen gegen Mehrfachabstimmungen möchte ich aus Sicherheitsgründen nicht offen nennen, um es Interessierten nicht zu leicht zu machen, sie zu umgehen. Vertraulich nenne ich sie Ihnen persönlich gern. Ich kann Ihnen versichern, dass die bei dem gängigen Umfragetool höchste Stufe an Absicherung verwendet wurde.
Bei den „Blog-Teufelchen“ ist in diesem Jahr in den ersten Tagen eine technische Panne passiert, da entgegen der Absicht mehrere Blogs gewählt werden konnten, nicht nur einer. Mehrfachabstimmung für einen bestimmten Blog waren dennoch nicht möglich, das Wahlergebnis wurde dadurch nicht verändert, lediglich eventuell die Stimmenanzahl, die auf die einzelnen Blogs entfielen.
Auf die Kritik von Prof. Rahmstorf und Florian Freistetter werde ich direkt in den Blogs eingehen.

Ich bin gespannt auf Vorschläge für Gespräche.
Mit besten Grüßen
Ihr Reiner Korbmann

Nachtrag

Hier, wie versprochen, die Ergebnisse der Wahl in Zahlen
Ergebnisse Wahl Wissenschafts-Blogs

Und die Ergebnisse der Wahl zum „Blog-Teufelchen“
Ergebnis Wahl Blog-Teufelchen

Lieber Herr Korbmann, Es ist kein Totschlagargument, sich zu wundern, dass Klimawandelleugner und andere Wissenschaftsleugner hier unter der Überschrift Wissenschaftstsblogs des Jahres gemeinsam aufgeführt sind. Das ist leider eher ein Bärendienst für die Wissenschaftsbloggerszene. Ihr Hinweis darauf, das Ganze nicht zu ernst zu nehmen, hilft da leider auch nichts, denn gerade die Seiten der unwisssenschaftlichen Blogs schmücken sich bereits mit Ihrem Siegel. Es gibt andere journalistische Möglichkeiten, auf die Existez (aber auch Methoden) solcher unwissenschaftlichen Blogs hinzuweisen. Interessant auch die Reaktion des Preisträgers der Hauptkategorie, Primaklima (s.o., Pingback)
Hier die Reaktion von Stefan Rahmstorf, die sollte man kennen, wenn ihm oben schon Unseriosität unterstellt wird: http://www.scilogs.de/klimalounge/eine-fragwuerdige-blogwahl/

Lieber Herr Korbmann, Es ist kein Totschlagargument, sich zu wundern, dass Klimawandelleugner und andere Wissenschaftsleugner hier unter der Überschrift Wissenschaftstsblogs des Jahres gemeinsam aufgeführt sind. Das ist leider eher ein Bärendienst für die Wissenschaftsbloggerszene. Ihr Hinweis darauf, das Ganze nicht zu ernst zu nehmen, hilft da leider auch nichts, denn gerade die Seiten der unwisssenschaftlichen Blogs schmücken sich bereits mit Ihrem Siegel. Es gibt andere journalistische Möglichkeiten, auf die Existez (aber auch Methoden) solcher unwissenschaftlichen Blogs hinzuweisen. Interessant auch die Reaktion des Preisträgers der Hauptkategorie, Primaklima (s.o., Pingback)
Hier die Reaktion von Stefan Rahmstorf, die sollte man kennen, wenn ihm oben schon Unseriosität unterstellt wird: http://www.scilogs.de/klimalounge/eine-fragwuerdige-blogwahl/

Lieber Herr Korbmann,

ich habe eine Frage. Sie schreiben

„Trotz der Proteste einiger Kommentatoren hat sich die Aufteilung in “Wissenschafts-Blog des Jahres” und “Blogteufelchen der Wissenschaftskritik” bewährt. Denn jetzt sind die Verhältnisse klar.“

Wie ist diese Aussage zu verstehen? Was genau wollten Sie mit der Aufteilung erreichen und inwiefern wurde diese Zielstellung erreicht? Welche „Verhältnisse“ sind in welcher Form geklärt?

Aus meiner Sicht geschah die Aufteilung willkürlich (wir waren schon richtig einsortiert, aber die GWUP und einige andere Blogs bspw. nicht). Auch ist sie nicht sinnvoll, um die Debatte um die Abstimmung zu befrieden. Herr Rahmstorf und Herr Freistetter wenden sich allein gegen die prinzipielle Nominierung klimaskeptischer Seiten. Ganz gleich, ob nun eine Kategorisierung (Trennung der Abstimmung) vorgenommen wird oder nicht.

Eie Vergleichbarkeit der beiden Abstimmungen ist außerdem nicht gegeben (drei Wahlmöglichkeiten einer- und eine andererseits). Technisch hat es auch nicht funktioniert. Während man bei Kategorie 1 tatsächlich nur maximal drei Stimmen abgeben konnte, war es in Kategorie 2 möglich, alle anzukreuzen (mag browserabhängig sein).

Trotzdem wäre es von Vorteil, würden Sie allein aus Gründen der Transparenz die absoluten Stimmenzahlen für alle 33 Teilnehmer veröffentlichen. Ich erkenne keinen Grund, der dagegen spricht.

Lieber Herr Korbmann,

ich habe eine Frage. Sie schreiben

„Trotz der Proteste einiger Kommentatoren hat sich die Aufteilung in “Wissenschafts-Blog des Jahres” und “Blogteufelchen der Wissenschaftskritik” bewährt. Denn jetzt sind die Verhältnisse klar.“

Wie ist diese Aussage zu verstehen? Was genau wollten Sie mit der Aufteilung erreichen und inwiefern wurde diese Zielstellung erreicht? Welche „Verhältnisse“ sind in welcher Form geklärt?

Aus meiner Sicht geschah die Aufteilung willkürlich (wir waren schon richtig einsortiert, aber die GWUP und einige andere Blogs bspw. nicht). Auch ist sie nicht sinnvoll, um die Debatte um die Abstimmung zu befrieden. Herr Rahmstorf und Herr Freistetter wenden sich allein gegen die prinzipielle Nominierung klimaskeptischer Seiten. Ganz gleich, ob nun eine Kategorisierung (Trennung der Abstimmung) vorgenommen wird oder nicht.

Eie Vergleichbarkeit der beiden Abstimmungen ist außerdem nicht gegeben (drei Wahlmöglichkeiten einer- und eine andererseits). Technisch hat es auch nicht funktioniert. Während man bei Kategorie 1 tatsächlich nur maximal drei Stimmen abgeben konnte, war es in Kategorie 2 möglich, alle anzukreuzen (mag browserabhängig sein).

Trotzdem wäre es von Vorteil, würden Sie allein aus Gründen der Transparenz die absoluten Stimmenzahlen für alle 33 Teilnehmer veröffentlichen. Ich erkenne keinen Grund, der dagegen spricht.

Lieber Herr Korbmann,

es freut mich insbesondere für unsere Forscherinnen und Forscher, dass ihre Arbeit in den Helmholtz Blogs gewürdigt wird.

Gleichzeitig teile ich auch viele Kritikpunkte zu dieser Wahl (wie auch schon in früheren Jahren), die unter anderem von Florian Freistetter und Stefan Rahmstorf (http://www.scilogs.de/klimalounge/eine-fragwuerdige-blogwahl/) dargelegt wurden. Ich beneide Sie nicht um die Mühe, die Sie in die Wahl stecken. Gleichzeitig denke ich, dass eine „Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres“, die diesen sehr allgemeinen Titel (ohne ein „Wissenschaft kommuniziert“ darin) verdient, auf breitere Füße gestellt werden sollte. Eine Blogwahl mit einem solchen Titel sollte von einer Community oder größeren Organisation durchgeführt werden, die Transparenz beim Vorauswahl- und Abstimmungsprozess garantiert. In diesem Sinn rege ich an, die Wahl des Titels Ihrer Wahl zu überdenken und für noch mehr Transparenz zu sorgen, etwa was das genaue Abstimmungsergebnis angeht oder Angaben darüber, wie Mehrfachstimmabgaben verhindert werden. Auch verstehe ich Ihre diesjährige Aufnahme der Sektion der so genannten „Blog-Teufelchen der Wissenschaftskritik“ nicht. Wenn Sie Ihre Wahl etwa als „Wissenschaft kommuniziert-Blogwahl“ bezeichnen würden, könnten Sie aus meiner Sicht viel einfacher deutlich machen, dass Sie die Hoheit über die Vorauswahl der Blogs behalten wollen.

Wie Sie vielleicht bemerkt haben, haben auch wir nicht auf die Wahl hingewiesen, geschweige denn zum Abstimmen für die Helmholtz Blogs aufgerufen. Anders als einige andere Blogger gehen wir aber nicht so weit, den Preis abzulehnen. Ungeachtet meiner hier dargestellten Skepsis sehe ich ihn als Würdigung der Arbeit unserer Wissenschaftsbloggerinnen und –blogger.

Lieber Herr Korbmann,

es freut mich insbesondere für unsere Forscherinnen und Forscher, dass ihre Arbeit in den Helmholtz Blogs gewürdigt wird.

Gleichzeitig teile ich auch viele Kritikpunkte zu dieser Wahl (wie auch schon in früheren Jahren), die unter anderem von Florian Freistetter und Stefan Rahmstorf (http://www.scilogs.de/klimalounge/eine-fragwuerdige-blogwahl/) dargelegt wurden. Ich beneide Sie nicht um die Mühe, die Sie in die Wahl stecken. Gleichzeitig denke ich, dass eine „Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres“, die diesen sehr allgemeinen Titel (ohne ein „Wissenschaft kommuniziert“ darin) verdient, auf breitere Füße gestellt werden sollte. Eine Blogwahl mit einem solchen Titel sollte von einer Community oder größeren Organisation durchgeführt werden, die Transparenz beim Vorauswahl- und Abstimmungsprozess garantiert. In diesem Sinn rege ich an, die Wahl des Titels Ihrer Wahl zu überdenken und für noch mehr Transparenz zu sorgen, etwa was das genaue Abstimmungsergebnis angeht oder Angaben darüber, wie Mehrfachstimmabgaben verhindert werden. Auch verstehe ich Ihre diesjährige Aufnahme der Sektion der so genannten „Blog-Teufelchen der Wissenschaftskritik“ nicht. Wenn Sie Ihre Wahl etwa als „Wissenschaft kommuniziert-Blogwahl“ bezeichnen würden, könnten Sie aus meiner Sicht viel einfacher deutlich machen, dass Sie die Hoheit über die Vorauswahl der Blogs behalten wollen.

Wie Sie vielleicht bemerkt haben, haben auch wir nicht auf die Wahl hingewiesen, geschweige denn zum Abstimmen für die Helmholtz Blogs aufgerufen. Anders als einige andere Blogger gehen wir aber nicht so weit, den Preis abzulehnen. Ungeachtet meiner hier dargestellten Skepsis sehe ich ihn als Würdigung der Arbeit unserer Wissenschaftsbloggerinnen und –blogger.

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