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Zum „Marsch für die Wissenschaft“ – Mahnende Worte

 

Volker Meyer-Guckel ist stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft. Ein Gastbeitrag.

Dr. Volker Meyer-Guckel ist Unterstützer und kritischer Beobachter des „Marschs für die Wissenschaft“.

Die gründliche Erforschung unserer Welt und die anschließende Einordnung der Erkenntnisse, die dabei gewonnen werden, ist die Aufgabe von Wissenschaft. So heißt es auf der Webseite des „March for Science“, bei dem es darum geht, die Autorität der Wissenschaft in einer Welt von falschen Fakten und Erzählungen zu bewahren.

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Es ist nicht bekannt, ob die Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert am March for Science teilnimmt. Fakt aber ist, dass Frau Kemfert in ihrem jüngsten Buch und einem Tagespiegel-Artikel drei Tage vor den Spaziergängen für die Wissenschaft sehr eindrucksvolle Einordnungen ihrer Erkenntnisse vornimmt, die in Sätzen münden wie: „Die erneuerbaren Energien und der Klimaschutz sorgen überall auf der Welt für Bildung und Wohlstand“ oder: „Die Energiewende ist die wichtigste Antwort auf die in aller Welt schwelenden Konflikte, den Terror, die Angst und die Armut“ (sic!). Das ist zu schön, um falsch zu sein. Und so ist ein der Wissenschaft zugeneigter Mensch ganz irritiert, wenn Tags darauf ein gut recherchiertes ZEIT-Dossier nachweist, dass die „Energiewende zur großen Umverteilung von unten nach oben“ geraten ist.

Merke: Wenn die Antwort der Wissenschaft auf ihre Skeptiker die Übernahme des Jargons und der utopistischen Topoi der Politik ist, dann werden Demonstrationen für die Wissenschaft schnell zu Ostermärschen, also Gesinnungsveranstaltungen. Hoffentlich fragen sich die Wissenschaftler auf ihren Kundgebungen für die Rettung der Wahrheit auch einmal, was sie selbst falsch machen.

Volker Meyer-Guckel ist stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft. Der Stifterverband

1 Anwort auf „Zum „Marsch für die Wissenschaft“ – Mahnende Worte“

Sicherlich sollten Wissenschaftler nicht als bessere Politiker auftreten. Gerade bei den Erneuerbaren Energien läuft die Realisierung momentan nicht rund. Auch ist der Stand der Wissenschaft nur eine bestmögliche Annäherung an die „Wahrheit“ und nicht die „Wahrheit“ selber. Das Bild eines „Hohenpriesters der Wahrheit“ kann Widerspruch hervorrufen. Und ob Aussagen über das zukünftige Klima so apodiktisch wie 2+2=4 sind, kann man schon bezweifeln.

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