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Die Forschungssprecher des Jahres 2019 – Gestandene Profis setzen sich durch

Gewählt von Wissenschaftsjournalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Die besten Experten der Wissenschaftskommunikation.

Blogautor Wissenschaft kommuniziertZum zwölften Mal wurden die „Forschungssprecher des Jahres“ gewählt. Rund 700 Wissenschaftsjournalisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz waren aufgerufen, die besten professionellen Kommunikatoren zu wählen. Daneben fand parallel im Internet die „online-Publikumswahl zu den Forschungssprechern des Jahres“ statt. Doch davon später mehr. Hier erst einmal die „Forschungssprecher des Jahres 2019“:

Alle drei haben eines gemeinsam – so unterschiedlich ihre Arbeitsgebiete und ihre Berufswege sind: Sie sind gestandene Profis, mit vielen Wassern gewaschen (vielleicht sogar allen), reich an Erfahrungen, mit intimen Kenntnissen aus ihren Instituten und Organisationen, die sie in die Lage versetzen, Journalisten und die Öffentlichkeit umfassend und passend zu informieren, und gleichzeitig das immer komplexer werdende Netz der Online- und Offline Medien gezielt zu bedienen. Jeder von Ihnen hat rund zehn Jahre die Position inne, auf der er heute gewählt wurde.

Dies waren die Kriterien bei der Wahl: ihre Professionalität, das Niveau der vermittelten Informationen, ihre Fähigkeiten zur Umsetzung der Inhalte und das Gespür für die journalistischen Notwendigkeiten.

So lief der Wahl der „Forschungssprecher des Jahres 2019“

Auf jeden Fall haben sich die Wissenschaftsjournalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auch in diesem Jahr wieder für drei professionelle Schwergewichte aus der Szene der Wissenschaftskommunikation entschieden. Sie konnten sie ihre Qualitäten unter Beweis stellen. Eine gute Wahl der Kollegen aus dem Journalismus.

Doch wie wurden die drei zu den „Forschungssprechern des Jahres 2019“? Rund 700 Medizin- und Wissenschaftsjournalisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz waren vom Blog „Wissenschaft kommuniziert“ persönlich per Mail aufgerufen, die auf Forschung spezialisierten Sprecher in Hochschulen, Forschungsinstituten, Organisationen und Wirtschaft zu beurteilen und die aus ihrer Sicht besten „Forschungssprecher des Jahres 2019“ zu wählen.

Zur Wahl stand, wie in jedem Jahr, eine Vorschlagsliste mit rund 60 Namen – Vorschläge der Redaktion und Anregungen von Kollegen aus den letzten Jahren – alles Kolleginnen und Kollegen, die das komplexe Feld Kommunikation für die Wissenschaft beherrschen, die als Sparingspartner, Kommunikationsmanager und Berater den Wissenschaftlern zur Seite stehen, wenn es gilt, mit anderen Bereichen unserer Gesellschaft zu kommunizieren, Werte zu vermitteln, Wissen zu liefern, das eigene Tun transparent zu machen, andererseits aber auch Entwicklungen in Wissenschaft und Gesellschaft frühzeitig zu erkennen und in das eigene Kommunikationsverhalten mit einzubeziehen.

Es steht auch die Auszeichnung der „Forschungssprecher des Jahres“ bereits fest: Am Donnerstag, 28. November 2019 um 18.00 Uhr im acatech-Forum der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften in München werden die Urkunden verliehen. Dort findet an diesem Abend der „Treffpunkt Wissenschaftskommunikation München“ #WisskomMUC statt, ein Get-Together der Kommunikatoren, Wissenschaftsjournalisten und interessierten Wissenschaftler im Raum München. Dieses Mal mit einer spannenden Diskussion zur Standortbestimmung dieses Berufsstands „Wissenschaftskommunikation im Wandel“. Leser dieses Blogs sind herzlich eingeladen. Wenn Sie teilnehmen wollen, dann melden Sie sich bitte unter diesem Link an, bis spätestens 27. November.

Die Sieger auch der diesjährigen Wahl sind hervorragende Vertreter professioneller Wissenschaftskommunikation:

Dr. Anne Rother wurde zur „Forschungssprecherin des Jahres 2019“ in der Kategorie „Forschungsinstitute und Hochschulen“ gewählt. Sie leitet die Unternehmenskommunikation des Forschungszentrums Jülich seit 2009. Nach Stationen in der Wissenschaftsverwaltung und -politik, in einer Agentur und bei der Helmholtz Gemeinschaft übernahm sie diese Position in einem der größten deutschen Forschungszentren. Ihr Motto: „Wir setzen uns dafür ein, dass Fakten im öffentlichen Diskurs wichtig sind und einen Unterschied machen. Ich finde, das lohnt sich.“

 

Jens Rehländer, der „Forschungssprecher des Jahres 2019“ in der Kategorie „Forschungsorganisationen und Stiftungen“ leitet seit 2010 die Kommunikationsabteilung der VolkswagenStiftung in Hannover. Er war vorher Journalist, baute unter anderem den Online-Auftritt des Magazins Geo auf und leitete die Redaktion. Er sieht die Potenziale der Beteiligten in der Wissenschaftskommunikation noch lange nicht ausgeschöpft: „Die Leitlinien für gute Wissenschafts-PR, an denen ich mitgearbeitet habe, bieten jede Menge Optimierungsideen – und sie geben Aufschluss darüber, wie ich meinen Beruf verstehe.“

 

Jörg Nitschke, der Konzernpressesprecher des Unternehmens Carl Zeiss AG, siegte in der Kategorie „Industrie und andere Unternehmen“. Er ist dafür verantwortlich, nicht nur die Leistungen der eigenen Forschung und Entwicklung des Hauses nach Außen darzustellen, Carl Zeiss ist oft auch „Enabeler“ für Wissenschaftler in aller Welt, da das Unternehmen ihnen die Instrumente liefert, mit denen sie überhaupt erst neue Erkenntnisse gewinnen können: „Besonders reizvoll und zugleich herausfordernd ist es immer wieder, komplexe Themen verständlich in Szene zu setzen und ihren nachhaltigen Nutzen zu vermitteln. Wenn das gelingt, hilft es nicht nur dem Markterfolg von Innovationen, sondern auch der Faszination für die Marke und für die Forschung generell.“

Die Online-Publikumswahl – Die beliebtesten Forschungssprecher

Nach der – persönlichen und geheimen – Wahl der „Forschungssprecher des Jahres 2019“ durch 700 per Mail angeschriebene Wissenschaftsjournalisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gab es auch in diesem Jahr wieder eine offene Wahl im Internet: Die online-Publikumswahl der beliebtesten Forschungssprecher. Forschungssprecher haben ein weites Umfeld – Kollegen, Wissenschaftler, Journalisten, Dienstleister, Nachbarn – alle haben mit den Sprechern eines Instituts oder einer Einrichtung zu tun. Jeder konnte sich daran beteiligen. Die Ergebnisse weichen von der offiziellen, persönlichen Befragung der Wissenschaftsjournalisten ab, auch weil der Kreis der Angesprochenen ein anderer ist.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die populärsten Forschungssprecher sind überwiegend keine unbekannten. Ralf Röchert vom Alfred-Wegener-Institut und Markus Weißkopf von „Wissenschaft im Dialog“ wurden vor zwei Jahren von den Wissenschaftsjournalisten zu den „Forschungssprechern des Jahres“ in ihren Kategorien gewählt. Und doch, eine Überraschung gab es: Dr. Kathrin Schwabe von MSD Sharp & Dohme Deutschland in Haar bei München. Sie schaffte es auf Anhieb bei den beliebtesten Forschungssprechern in der Kategorie „Industrie und andere Unternehmen“ an die Spitze.

Hier nun die Sieger der Online-Publikumswahl zu den Forschungssprechern des Jahres 2019:

In der Kategorie „Hochschulen und Forschungsinstitute“: Ralf Röchert, Leiter Kommunikation und Medien des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven. Weil ihm eine Karriere als Wissenschaftler zu „akademisch“ erschien, ging er in die Wissenschaftsvermittlung. Er war bereits 2017 „Forschungssprecher des Jahres“, nun also der online-Publikumspreis.

 

 

In der Kategorie „Forschungsorganisationen und Stiftungen“: Markus Weißkopf, Geschäftsführer von „Wissenschaft im Dialog“ in Berlin. Seit fast acht Jahren leitet er die Agentur der großen Wissenschaftsorganisationen und wurde dabei zu einem Impulsgeber bei der Professionalisierung der Forschungssprecher. Auch er war bereits 2017 „Forschungssprecher des Jahres“, nun also ebenfalls der online-Publikumspreis.

 

 

In der Kategorie “Industrie und andere Unternehmen“: Dr. Kathrin Schwabe, Director Communications des Pharmakonzerns MSD Sharp & Dohme Deutschland in Haar bei München. Erst seit Februar diesen Jahres ist sie in Deutschland bei dem großen Pharmahersteller für die interne und externe Kommunikation verantwortlich.

 

 

So wurden sie gewählt:

Wer sind die besten Forschungs-Pressesprecher? So lautete die Frage, die der Blog „Wissenschaft kommuniziert“ rund 700 namentlich bekannten Kollegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz per Mail gestellt hat. Dabei sollten folgende vier Kriterien ausschlaggebend sein:

  • Professionalität
  • Journalistische Fähigkeiten
  • Verständnis für die journalistischen Notwendigkeiten
  • Niveau der vermittelten Informationen

Es sollten auch nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden. Daher wurde die Welt der Wissenschaftskommunikation in drei Kategorien eingeteilt:

  • Forschungsinstitute und Hochschulen
  • Forschungsorganisationen und Stiftungen
  • Industrie und andere Unternehmen

Rund 60 Forschungs-Pressesprecher und -sprecherinnen in diesen Kategorien wurden als mögliche Kandidaten genannt. Jeder dem jeweiligen Kollegen bekannte Pressesprecher sollte nach dem deutschen Schulnotensystem bewertet werden. Den Ausschlag gab die Durchschnittsnote – also unabhängig von der Häufigkeit der Nennung, allerdings mit einem Mindestquorum, damit nicht Einzelstimmen zu Ausreißern führen.

Die Sieger des Vorjahres standen in diesem Jahr nicht wieder zur Wahl. Bei der online-Publikumswahl gibt es diese einjährige Sperre allerdings nicht.

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